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Dachterrasse de LVR-LandesMuseum Bonn mit Blick über Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn.

Vorschau


Deutschland um 1980

Fotografien aus einem fernen Land

24.3.-14.8.2022

Ein Ausstellungsprojekt des LVR-LandesMuseum Bonn in Kooperation mit der Deutschen Fotothek Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach Hamburg

Die Zeit um 1980 war eine Phase tiefgreifender Umbrüche und zugleich eine Epoche großer Zukunftsängste. Globales Wettrüsten, grassierende Umweltzerstörung und massenhafte Arbeitslosigkeit befeuerten eine allgemeine Untergangsstimmung, sorgten jedoch zugleich auch für einen extremen Kreativitätsschub. Punk und Pop trieben wilde Blüten und beeinflussten die künstlerische Avantgarde. Eine bunte Jugendkultur behauptete sich als Motor feministischer wie homosexueller Emanzipation. Reformparteien und Öko-Bauern standen plötzlich hoch im Kurs.

Die Ausstellung „Deutschland um 1980“ nähert sich dieser bewegten Zeit anhand von sieben fotografischen Positionen: Neben Arbeiten von Angela Neuke und Hans-Martin Küsters, deren Nachlässe das LVR-LandesMuseum Bonn beherbergt, sind Fotografien von Mahmoud Dabdoub, Gerd Danigel, Barbara Klemm, Martin Langer und Ingolf Thiel zu sehen. Ihre Arbeiten stammen aus den Archiven der Deutschen Fotothek Dresden und der Stiftung F.C. Gundlach Hamburg.

Höchst individuell blicken die sieben Fotografinnen und Fotografen auf die Entwicklungen in Deutschland um 1980: als freie Akteure, als Reportagefotografen im Auftrag von Zeitungen und Magazinen oder als Fotokünstler. Sie zeigen das facettenreiche Bild einer Epoche, die unserer Gegenwart ferngerückt zu sein scheint und dennoch bis heute vielfach nachwirkt.

 

Veranstaltungen und Katalog

Die Besucherinnen und Besucher können anhand von zeittypischen Objekten, originalen Zeitschriften, Romanen und Sachbüchern die achtziger Jahre hautnah erkunden. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm und ein reich bebilderter Katalog ergänzen die Ausstellung.


Augenlust

Niederländische Stillleben im Detail

22.9.2022-19.2.2023

 

Funkelnde Gläser und feinstes Porzellan, saftige Früchte und exotische Gewürze: In niederländischen Stillleben des 17. Jahrhunderts kann das Auge lustvoll umherschweifen und zahlreiche Kostbarkeiten entdecken. Die malerische Wiedergabe der verschiedenen Gegenstände ist oftmals von einer solchen Perfektion, dass man die realen Objekte vor sich zu sehen glaubt.

 

Im 17. Jahrhundert waren die Niederlande eines der weltweit fortschrittlichsten Länder. Während Handelsgesellschaften als Global Player die internationalen Märkte eroberten, revolutionierten Wissenschaftler das Bild von der Wirklichkeit, indem sie Fernrohre und Mikroskope erfanden. Gleichzeitig erlebten die Künste und der Kunsthandel eine zuvor unvorstellbare Blütezeit. Von diesen Entwicklungen und Errungenschaften erzählen die Stillleben. Zugleich gewähren sie jedoch auch einen Blick auf die Schattenseiten des wirtschaftlichen und technischen Booms, schließlich mussten die kostbaren Objekte, die man auf die Leinwand bannte, erst einmal hergestellt, erworben oder importiert werden. Ohne harte Arbeit, koloniale Ausbeutung und unfaire Ressourcenverteilung war der Luxus, von dem die Bilder zeugen, nicht zu haben.

 

Die neue Ausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn verschreibt sich dem Konzept einer „slow exhibition“: In 14 Kabinetten präsentiert sie jeweils ein zentrales Stillleben und lädt dazu ein, sowohl die Schönheit der Gemälde zu bewundern als auch die Geschichten ihrer Details zu entdecken. Weitere Objekte wie Globen, Bücher und venezianische Gläser, aber auch zahlreiche Alltagsgegenstände, die noch nie außerhalb der Niederlande zu sehen waren, erzählen vom Leben im 17. Jahrhundert. So bietet die Ausstellung ein Fest für die Sinne und eröffnet zugleich einen aufschlussreichen Blick auf die unsichtbaren Schicksale hinter den Bildern und ihren Objekten.

 

Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit der bedeutenden Sammlung der Universität Amsterdam, mit ihrer 400-jährigen Geschichte selbst ein Produkt des 17. Jahrhunderts sowie in wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit Prof. Birgit Ulrike Münch vom Kunsthistorischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.


Heike Weber

Preisträgerin des Luise-Straus-Preises des LVR

27.10.2022-15.1.2023

Die Kölner Künstlerin Heike Weber ist eine Meisterin der Zeichnung. Wer dabei allerdings an Zeichenstift und Papier denkt, liegt bei ihren Arbeiten in der Regel falsch. Oder besser: greift zu kurz. Denn so hervorragend die Künstlerin Zeichenstift und Papier beherrscht, so weit geht sie auch darüber hinaus. Heike Weber führt die Linie in die dritte Dimension. Sie füllt Räume und Orte mit zeichnerischen Installationen, bis die Besucher*innen im auf diese Weise veränderten Raum gar die Orientierung verlieren. Immer wieder verlässt sie dabei auch in der Wahl ihrer Materialien gewohntes Terrain: Haarnetze und feinste Silikonstränge, Fenstermalfarben, Klebebänder und Wäscheleinen formen scheinbar unendliche Linienmuster, die zu großformatigen, Böden und Wände besetzenden Bildern werden.

Heike Weber ist Trägerin des Luise Straus Preises des LVR 2020, den dieser an im Rheinland lebende und arbeitende Künstlerinnen vergibt, deren Werk eine herausragende Position in der zeitgenössischen Kunst darstellt. Für die Bonner Ausstellung bereitet Heike Weber mehrere, genau auf den Ausstellungsort zugeschnittene Installationen vor.


Kontakt

LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn

Tel. +49 (0) 228 / 2070 - 0, Fax +49 (0) 228 / 2070 - 299

Öffnungszeiten Museum

DI bis SO und Feiertag 11 - 18 Uhr

MO geschlossen

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10 Uhr möglich

Öffnungszeiten Bibliothek

MO bis FR 8 - 16 Uhr