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Experimentelle Archäologie

Römischer Bronzeguss

Die Herstellung römischer Bronzestatuen zu erschließen, war ein Ziel des Projektes „Römische Großbronzen am UNESCO-Welterbe Limes“, bei der über 5500 Statuenteile untersucht wurden. Die Forschungen wurden von der VolkswagenStiftung gefördert und von zahlreichen Museen, Universitäten und spezialisierten Forschungseinrichtungen unterstützt. Die Fertigung einer Großbronze stellte in der Antike eine große Herausforderung dar. Sie erfolgte vornehmlich im sogenannten indirekten Wachsausschmelzverfahren, einer Methode des Hohlgus-ses, die auch heute noch Anwendung findet. Die komplexen Werk-prozesse (Formenbau, Teilgussverfahren, Montage, Kaltarbeit, Farb-gestaltung sowie Pflege und Reparatur der Großbronzen) wurden zunächst mit modernsten naturwissenschaftlichen Methoden unter-sucht. Erst experimentelle Versuchsreihen mit Nachgüssen und virtuellen Gussimulationen machten das hohe handwerkliche Niveau römischer Bronzegießer deutlich.


Videodokumentation eines Gussvorgangs:

Experimenteller Bronzeguss (MP4, 158,18 MB)



Weiterführende Literatur:

Bott; K.; Schwab, R.; Willer, F: Large Roman Bronze Statues from the UNESCO World Heritage Limes, 2015 (PDF, 6,42 MB)

Kuhn, H. A.; Willer, F.: Know-How und Moderne Technik (PDF, 12,59 MB)

Meijers, R.; Willer, F.: High Tech trifft Antike, 2015 (PDF, 23,8 MB)

Mirschenz, M; Schwab, R.; Willer, F.: Ergebnisse der archäometrischen und herstellungstechnischen Forschungen an den Limesbronzen (PDF, 13,41 MB)


Drahttechnik in der Antike

Metalldrähte sind heute Bestandteil des täglichen Lebens. Dank moderner Ziehtechnik lassen sich so beliebig starke bis hin zu haarfeinen Drähten aus unterschiedlichen Metalllegierungen herstel-len. Bislang ging man davon aus, dass die Ziehtechnik erst im Mittel-alter entwickelt wurde. Neue Forschungen und Experimente haben 2018 gezeigt, dass diese Technik bereits in der Antike, z. B. bei römischen Kettenhemden, angewendet wurde. Für diese wurden etwa 1000 Meter Draht benötigt. Dieses antike Verfahren entspricht der Drahtziehtechnik, die Goldschmiede noch heute anwenden. Dabei wird ein vorgefertigter Draht mittels Ziehzange und Zieheisen (Eisenplatte mit unterschiedlichen Bohrungen) zu regelmäßigen, langen Drähten ausgezogen. Neu ist, wie Analysen belegen, dass die vorgefertigten antiken Drähte aus sehr dünnen Blechstreifen bestanden, die zuvor der Länge nach eingerollt wurden. Diese Methode ließ sich jetzt auch an frühmittelalterlichen, 0,6 mm feinen Schmuckdrähten aus Inden-Pier durch Experimente rekonstruieren.


Weiterführende Literatur:

Gerhards, M., Willer, F.: Auf Draht, 2018 (PDF, 213 KB)

Oezsen, I.; Willer, F.: Gezogener Draht? Zur Drahtproduktion des Kettenpanzers aus Zemplín (PDF, 9,45 MB)


Kontakt

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