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Blick in einen Depotraum mit einem Regal voller archäologischer Funde.

Sammlungsprofil

Archäologie

Die archäologische Sammlung des LVR-LandesMuseums ist international bedeutend, vielfältig und umspannt mehrere hunderttausend Jahre Menschheitsgeschichte.

Innerhalb des Hauses wird die archäologische Sammlung in drei Bereiche unterteilt: Die Vor- und Frühgeschichte, die provinzialrömische Archäologie und das frühe Mittelalter.

Vor- und Frühgeschichte

Die Sammlung der Vor- und Frühgeschichte umfasst Objekte aus 450.000 Jahren. Das ist eine Zeitspanne, die sich von der Eiszeit – als Mammuts im Rheinland lebten – bis in das letzte vorchristliche Jahrhundert in die sagenumwobene Zeit der Kelten erstreckt.

Die faszinierenden und beeindruckend vielfältigen Ausstellungsstücke reichen dabei von den ersten Zeugnissen menschlicher Handwerkskunst, wie Faustkeile und Kunstobjekte, über das originale Neandertaler-Skelett bis hin zu den kostbaren Grabbeigaben einer keltischen Fürstin.

Provinzialrömische Archäologie

In den Jahren 58-51 vor Christus eroberte Gaius Julius Caesar Gallien, die Gebiete des heutigen Belgien und die germanischen Gebiete links des Rheins. Damit begann eine mehrere hundert Jahre währende römische Anwesenheit im Rheinland. Die provinzialrömische Archäologie beschäftigt sich mit den Zeugnissen dieser Zeit.

Das LVR-LandesMuseum zeigt eine Fülle der mannigfaltig im Rheinland zu findenden Überreste des römischen Lebens: Gebäudeschmuck, Gegenstände des täglichen Lebens, Statuen von Göttern und Göttinnen und andere Kultobjekte. Mit Hilfe dieser Objekte wird ein facettenreiches Bild des Lebens der Römer und der im Römischen Reich lebenden Völker gezeichnet.

Frühmittelalter

Epochengrenzen sind fließende Übergänge. Der Wandel von der Spätantike zum frühen Mittelalter im Rheinland währt über 200 Jahre. Zwar verfällt die römische politische und militärische Ordnung, Siedlungs- und Wirtschaftsweise allmählich, doch knüpfen im Frankenreich des 6. und 7. Jahrhunderts Verkehrswege, strategisch wichtige Plätze und Steuergesetzgebung aber auch Handwerkstraditionen und religiöse Lehren wie das Christentum, in geringem Maße auch Schriftlichkeit und Statussymbole an die antiken Strukturen an.

Diese Entwicklungen lassen sich an den vielen Objekten der Sammlung nachvollziehen, so etwa am Grab des Herrn von Morken oder dem Grabstein von Niederdollendorf.


Kunstgeschichte

Die kunsthistorische Sammlung des LVR-LandesMuseums bietet eine große Vielfalt an herausragenden Werken und künstlerischen Positionen. Ein besonderes Augenmerk der Sammlung liegt auf im Rheinland entstandener Kunst und so können wir mit Kunstwerken aus allen Gattungen eine Zeitreise durch die rheinische Kunstgeschichte machen, die im Mittelalter beginnt und uns bis in die Gegenwart führt.

Malerei

In der Malerei kann das Rheinland auf eine reichhaltige Geschichte zurückblicken, die sich in der Gemäldesammlung unseres Museums spiegelt. Exquisite Tafelmalerei und Altarretabel zeugen von der Bedeutung der Region um Köln als wichtiges Zentrum der mittelalterlichen Kunstproduktion. In den Werken des 16. und 17. Jahrhunderts wird spürbar, wie sich die Gesellschaft im Rheinland wandelt. Eine neue Betrachtung des Menschen, der Landschaft und des täglichen Lebens machen sich in der Kunst bemerkbar. Deutlich spiegeln ein Jahrhundert später, in der Zeit des Barocks, die Gemälde den Prunk und Herrschaftsanspruch der Kurfürsten am Rhein wider, die auch die repräsentativen Schlösser in Bonn und Brühl bauen ließen. Die Popularität und Strahlkraft des Rheinlands wird schließlich in den Gemälden der sogenannten Rheinromantik und in den Werken der Düsseldorfer Malerschule – von denen das LVR-LandesMuseum eine weltweit bedeutende Sammlung besitzt – spürbar. Sie sind Ausdruck der künstlerischen Energie dieser Region. Werke aus dem 20. Jahrhundert und zeitgenössische Arbeiten zeigen die aktuellen Positionen der rheinischen Kunst.

Grafik

Die Grafische Sammlung des LVR-LandesMuseums wurde zwar erst nach dem 2. Weltkrieg angelegt, ist seitdem aber kontinuierlich erweitert worden und hat mittlerweile einen Umfang von ca. 6500 Blatt. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Es werden insbesondere Werke rheinischer oder im Rheinland tätiger Künstler*innen gesammelt, die in ihrer Vielfalt ein Spiegel der künstlerischen Strömungen ihrer Zeit sind. Das Spektrum umfasst dabei beispielsweise die Rheinische Neue Sachlichkeit, Werke expressionistischer Künstler*innen und wichtige Positionen der Nachkriegskunst. Auf Grund der Empfindlichkeit der Werke in der Grafischen Sammlung, können diese nicht dauerhaft ausgestellt werden. Einzelne Werke sind jedoch immer wieder für bestimmte Zeit in Ausstellungen zu sehen.

Fotografie

Eine fotografische Sammlung wurde im LVR-LandesMuseum erst vergleichsweise spät angelegt – nichtsdestotrotz nimmt die Fotografie einen wichtigen Platz in unserem Haus ein. Grundstein waren zumeist in Zusammenhang mit wichtigen Ausstellungen erworbene Bestände sowie der Nachlass von Liselotte Strelow, der nach dem Tod der Fotografin in den 1980er Jahren ins Haus gelangte. Bestandserweiternd folgten neben dem Nachlass von Hermann Claasen und Hans-Martin Küsters auch der von Angela Neuke.

In den Beständen finden sich so wichtige Personen der Fotografiegeschichte wie Hugo Erfurth, Albert Renger-Patzsch, Alfred Eisenstaedt, Robert Lebeck, Helmut Newton, Burkhard Jüttner, Jupp Darchinger und Bernd und Hilla Becher. Zeitgenössische Positionen stammen beispielsweise von Tim Rautert, Jürgen Klauke, Martin Rosswog oder Boris Becker.

Skulptur

Mit Objekten, die eine Zeitspanne von fast 900 Jahren umfassen, bildet das LVR-LandesMuseum exemplarisch die Geschichte der rheinischen Skulptur ab. Eine große Anzahl mittelalterliche Skulptur in Stein und Holz – wie die Gustorfer Chorschranken oder die Pietà Roettgen – zeigt die herausragende Bedeutung des Rheinlandes und insbesondere des Kölner Raums in der Zeit ab dem 12. Jahrhundert. Ein zweiter Schwerpunkt der Skulpturensammlung liegt auf Arbeiten des 20. und 21. Jahrhunderts, welche nicht zuletzt die aktuelle künstlerische Energie der Region verdeutlichen. Das Museum zeigt Skulptur nicht nur im Haus: auch vor dem Museumsgebäude – auf dem Vorplatz und im Skulpturenhof – sind zeitgenössische Werke zu sehen.

Kunsthandwerk

Die Schätze aus Malerei, Grafik und Skulptur werden durch eine Vielzahl von Kunstwerken ergänzt, die unter dem Begriff des Kunsthandwerks zusammengefasst werden können. Mittelalterliche Goldschmiedekunst in Form von liturgischem Gerät, feinste Elfenbeinarbeiten, die bedeutende Produktion rheinischen Steinzeugs, Gläser, Porzellan und Möbel aus den letzten Jahrhunderten und künstlerisch gestaltete Gegenstände der Alltagskultur zeichnen das Leben der Menschen im Rheinland in seinem großen Facettenreichtum nach.


Numismatik

Die wissenschaftliche Erforschung und das Sammeln von Münzen ist Kern der Numismatik. Die numismatische Sammlung des LVR-LandesMuseums Bonn umfasst rund 100.000 Münzen, Medaillen, Papier- und Ersatzgeld, Waagen, fränkische Probiersteine und andere numismatische Objekte. Der Schwerpunkt unserer Sammlung liegt auf den hier geprägten oder gefundenen Münzen von der Keltenzeit bis heute. Spezialbereiche sind die keltischen Münzen aus dem Raum zwischen dem Bergischen Land, nördlichem Mittelrhein, Niederrhein und Trierer Land, die Münzprägung der gallischen Kaiser im 3. Jahrhundert n. Chr. sowie zahlreiche Schatzfunde jener Zeit und die Münzprägung der Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten.

Münzen spiegeln immer die Zeit wider, in der sie entstanden sind und verraten uns viel über die jeweiligen Machtstrukturen, Besiedlungsformen und Handelsbeziehungen.


Kontakt

LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn

Tel. +49 (0) 228 / 2070 - 0, Fax +49 (0) 228 / 2070 - 299

Öffnungszeiten Museum

DI bis SO und Feiertag 11 - 18 Uhr

MO geschlossen

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10 Uhr möglich

Öffnungszeiten Bibliothek

MO bis FR 8 - 16 Uhr